Nach einer durchgeschlafenen, aber dank der Chinesischen Türschließtechnik sehr abrupt zu Ende gegangenen Nacht – haben wir nur noch eine Mission: WARME SACHEN KAUFEN! Nachdem wir unser “Healthy Breakfast” gegessen und ich meinen obligatorischen Kaffee getrunken habe, fragen wir bei der Rezeption nach, wo man hier in der Nähe günstig warme Wintersachen kaufen kann. Der Mann empfiehlt uns ein Kaufhaus direkt gegenüber der U-Bahnstation – perfekt!
Ursprünglich ist unser Plan ja gewesen, auf einem der zahlreichen Märkte hier etwas Passendes zu kaufen. Denn diese Märkte sind hier weitaus billiger als Shoppingzentren – aber halt auch draußen. Und weil wir uns nicht unbedingt durch eine Verkühlung am ersten Tag den ganzen Aufenthalt hier vermiesen wollen, beschließen wir, ein Einkaufszentrum ist wohl doch die bessere Wahl – Dies bestätigt sich bereits auf dem Weg dorthin: Es ist saumäßig saukalt! *brrr*
Im Einkaufszentrum angelangt der Kulturschock schlechthin: 1) Kein Verkäufer hier spricht hier auch nur ein Wort Englisch! 2) Preis anschreiben ist hier auch nicht unbedingt üblich (obwohl hier in Kaufhäusern nicht verhandelt wird!) 3) Ist Gewand kaufen in Singapur für uns gut gebaute Westler schon ein Problem – aber hier passt absolut gar nix! Lauter Hoschi-Größen hier! 4) Das ist gar nicht sooo billig: Kaum eine Jacke finden wir hier unter 70€! Nach langem Hin und Her und dank der hilfreichen Unterstützung eines Taschenrechners (der ist hier sehr wichtig in Peking!), Michelle’s Wörterbuch und der unendlichen Geduld der Verkäuferinnen schaffen wir es schließlich passende Winterjacken zu bekommen: Fake-Gore-Tex-Jacken mit Fleece-Innenseite um 40€!
Das Ganze ist so abgelaufen: Wir sehen die Jacke, fragen nach dem Preis. Die Frau versteht natürlich nix. Michelle hält ihr das Wörterbuch unter die Nase “Preis” – Oh, die Frau verschwindet, kommt mit einem Taschenrechner wieder. Tippt den Preis ein. Wir ahh. Wir wollen probieren – natürlich zu klein. Wir zeigen ihr, dass die Jacke zu klein ist. Die Frau versteht nix. Michelle zeigt ihr das Wort “Größe”. Ahhh. Die Frau verschwindet irgendwo im Lager und kommt nach endlos langen Suchen mit den “Übergrößen” an. Weil wir aber sehr lästige Kunden sind und nicht unbedingt rosa Goretex-Jacken oder gar im Partner-Look herumgehen wollen, ist das Spiel noch nicht zu Ende: Wörterbuch her: “Farbe” und schon haben wir unsere Auswahl! 🙂 Ufff. Das ganze Spiel hat uns locker 3 Stunden gekostet – aber wir haben unsere warmen Sachen und schon schaut’s draußen auch besser aus – obwohl da weit und breit keine Sonne zu sehen ist – alles Grau in Grau…:-( Michelle kauft sich noch schnell eine Mütze und dann geht’s ab in die Stadt: Nächste Station TIAN’ANMEN-Platz (“Platz des Himmlischen Friedens”).