Heute heißt es einmal wieder früh aufstehen – haben wir ja schon lange nicht mehr gehabt… 😉 Dann die restlichen Sachen zusammengepackt und nach einem Frühstück und einer halben Million Rupiah ärmer sitzen wir in unserem neuen Zuhause für die nächsten 11 Stunden: einem Luxus-Minibus mit Klimaanlage für 9 Personen – zum Glück sind nur 5 Fahrgäste da (außer uns lauter Einheimische) und so teilen Michi und ich uns eine ganze Sitzreihe. Jo, so sollt das schon gehen für die nächsten Stunden.
Aber nach 2 Stunden Fahrt gurken wir immer noch in Yogyakarta herum, tanken müssen wir auch noch und Michi wird langsam etwas “nervös” – aber das wird schon werden… 😉 Leider hat unser Vordermann einen Laptop mit – und ich hoffe, der findet in den nächsten Stunden noch passende Kopfhörer dazu…
So geht es auf der rumpeligen Straße Richtung Osten, vorbei an niedrigen, etwas renovierungsbedürftigen einstöckigen Häusern, Reisfeldern und sehr vielen Motorradelfahrern. Wir haben heute auch schon “Jesus” gesehen; Ein relativ weißer Mann, mit langem lockigen Haar und Bart, so wie die Künstler Jesus im Barock dargestellt haben – allerdings hat unser “Jesus” nicht nur kein Hemmel an, sondern auch gleich keine Hose. Ein Nakedei-Jesus so zusagen. Es scheint aber keinen zu stören oder zu wundern, dass er so wie Gott ihn schuf zwischen den Autos geht –wahrscheinlich ist heute einfach Waschtag… 😉
Nach weiteren zwei Stunden wandelt sich die Aussicht: Satt Stadtverkehr-Chaos sieht man immer mehr grüne Reisfelder, Zuckerrohr, Wälder und Bananenplantagen – und viel Gegend… Dazwischen immer wieder völlig überladene Transporter mit Zuckerrohr oder Holz – scheinbar neben Reis die Haupteinnahmequelle hier. In den Bauerndörfern sitzen die Männer rauchend vor dem Haus während die Kinder neben der Stra0e spielen. Überall rennen Hendln, Ziegen und vermutlich durch Dreck schwarz-weiße Schafe herum. An der Straße verkaufen Frauen Obst: Kokosnüsse, Bananen und Jackfruits. Die Straße ist immer noch sehr holprig, aber nach einer Klopause nach 6 Stunden Busfahrt eigentlich wieder ganz gut erträglich… 😉
Bei der Raststation sehen wir einen Gockelhahn, der vom improvisierten Griller am Parkplatz, wo die Hendl-Satay-Spieße direkt vor den Minibussen zubereitet werden, wie er die am Rost picken gebliebenen Fleischstückeln fladdert. Gockeln scheinen aber nicht sehr schlau zu sein, denn dieser Kanibalen-Gockel verbrennt sich regelmäßig an der Glut und versucht es trotzdem immer und immer wieder…
Bei dem Stopp hat Michi der Versuchung nicht widerstehen können, eine vermeidlich in Bananenblättern eingepackten Banane in einem Minimarket zu erstehen. Im Bus packt er das Ding aus und es ist gar keine Banane – es ist ein undefinierbares grau-braunes Gatschwürschtel, das nur abscheulich riecht und auch so schmeckt. Trotzdem kostet Michi es sicherheitshalber noch dreimal, bevor es in den Mistkübel wandert. Hier eine Chronologie der Entdeckung des Gatschwürschtels 🙂
Nach über 13 Stunden Fahrt erreichen wir dann doch noch Probolinggo, wo wir unseren Bus im Reisebüro tauschen: Statt unseres Luxus-Minibusses bekommen wir einen alten rostigen, aber wie sich später herausstellt sehr zachen Bus, der uns auf den Berg hinauf bringt. Zum Glück ist draußen schon stockfinstere Nacht und so bleibt uns zumindest auf der Fahrt nach oben der Anblick des steilen Abgrundes erspart, der sich neben der schlaglöchrigen Straße ungeschützt auftut. Die Fahrt führt permanent 1,5 Stunden bergauf in Serpentinen. Draußen werden die Palmen und Bananenbäume immer weniger und die Nadelbäume immer mehr – ein klares Indiz, dass es da draußen immer huschiger wird. Und tatsächlich: Als wir endlich bei unserem Hotel “Lava View” aussteigen, kommen wir uns vor wie in den Bergen daheim – es ist sehr kalt! Wir checken schnell ein, aber leider haben wir ein zwar großes, aber im Oma-Style eingerichtetes Zimmer und vor allem sehr feuchten Zimmer bekommen! Die ganze Decke ist verschimmelt und das Bett feucht und kalt.
Schimmelzimmer im Oma-Style oben am Bergl
Wir gehen bald schlafen und dank Schlafsack und Fleecedecke schlafe ich wider Erwarten gut ein – Michi ist auch selig: endlich ist ihm einmal nicht heiß in der Nacht – aber den Mount Bromo haben wir noch nicht gesehen, aber er soll ganz nahe sein…