Heute haben wir einmal Zeit zum Ausschlafen, da unsere Tour nach Prambanan erst um 14:00 Uhr beginnt. Trotz motiviertem Muezzin und Gockelhahn schlummern wir bis 9:00 Uhr, genehmigen uns ein großes Frühstück und machen uns dann auf Richtung “City”. Da wir uns aber nicht in Prambanan müde ankommen wollen, nehmen wir eine der zahlreichen Rikschas – immer wieder ein Erlebnis! 😉 Auch wenn ich weiß, dass den Fahrern mit den 2€, die sie mit uns verdienen geholfen ist, komme ich mir doch immer sehr ausbeuterisch vor, wenn so ein hagerer Einheimischer uns zwei dicke europäische Knödel mit dem Radl quer durch die Stadt chauffiert. Zum Glück ist es aber sehr flach hier und so können wir trotzdem die Fahrt genießen. Mir ist immer noch ein Rätsel, wie wir unbeschadet über diese Hauptstraße kommen – aber der Anblick von zig Motorrädern, die frontal auf uns zurasen wirkt mittlerweile auch schon “normal” und auch Michi schafft es für 30 Sekunden, seinen krampfhaften Griff an der Rikscha-Stange zu lösen… 😉 So lassen wir uns stilecht zum “Wasserschloss”, einem Lustschloss des Sultans, bringen, dass aber leider, wie alle historischen Gebäude sehr stark unter dem Vulkanausbruch 2006 gelitten hat. Erfreulicherweise haben aber die Renovierungsarbeiten mit westlicher Unterstützung “schon” begonnen.
Eingang zum Wasserschloss
ja, der tut immer gerne überall posen – so ein Egomane… 😉
aber die Badewannen des Sultans sind wohl nix für übergroße Europäer… 😉
Danach beschließen wir, zum nahe gelegenen Vogelmarkt zu gehen. Dort angelangt finden wir aber nichts. Außer einem netten Einheimischen, der uns erklärt, dass der Vogelmarkt vor zwei Monaten verlegt worden ist. No, da soll noch einer sagen, in dieser Stadt ändert sich nie etwas… 😉 Der nette Bursche erklärt uns, wo der neue Vogelmarkt ist und begleitet von einem zahnlosen Rikscha-Fahrer-Stalker, der geschätzte 200 Jahre alt ist, machen wir uns zu Fuß auf den Weg. Nach einigen 100 Metern beschließen wir, der arme Mann hat ein Geschäft wohl nötig, und so willigen wir den pausenlosen Anfragen des alten Mannes doch ein, und wir steigen in seine Rikscha – wohlwissend, dass es eh nicht zu weit ist. Wir sagen dem Alten, wo wir hinwollen und schon geht’s los in gemächlichem Tempo, sodass wir in aller Ruhe die Gegend besichtigen können… 😉 Nach erneuter Überquerung der Hauptstraße – ein besonderes Erlebnis im Mittagsverkehr mit geschätzten 1km/h – erkenne ich plötzlich, dass wir in der Straße sind, wo unser Hotel ist – weit weg vom neuen Vogelmarkt. Der Rikscha-Opa versteht natürlich Nüsse Englisch, aber da in dieser Stadt eh gleich 10 hilfsbereite Männer habt-acht stehen, können wir das Missverständnis schnell aufklären. Wir beschließen aber, dass wir auf den Vogelmarkt verzichten werden und bedanken uns artig für die tollen Dienste des Rikscha-Opas – ehrlich gesagt sind wir froh, dass wir “zuhause” gelandet sind und nicht am anderen Ende der Stadt. Warum er uns aber hierher geführt hat, wird wohl eines der vielen Rätsel hier bleiben, weil wir haben nie gesagt, wo unser Hotel ist…
Wir nützen die Zeit und gehen in eines der unzähligen “Warungs” Mittagessen, machen noch kurz Pause im Hotel und dann geht’s auch schon ab nach Prambanan – mit unserer eigenen Luxus-Karosse samt Fahrer.