19.05.2010

Ausflug nach Borobudur

Heute heißt’s einmal wieder früh aufstehen. Um Punkt 4:10 Uhr läutet der Wecker, und eine halbe Stunde später sitzen wir bereits im Minibus Richtung Borobudur – eine der größten buddhistischen Tempelanlagen der Welt. Nach etwa 2 Stunden Fahrt erreichen wir das Heiligtum – gerade recht, um den Sonnenaufgang zu verpassen: tolle Sunrise-Tour! 😉 Aber das frühe Aufstehen hat sich allemal gelohnt, denn die gigantische Tempelanlage liegt im Morgennebel und die Aussicht von dem majestätischem Komplex raubt einem fast den Atem.

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Nach einem Begrüßungskaffee nehmen wir uns einen Guide, da wir beide nicht wirklich eine Ahnung vom Buddhismus haben. Das stellt sich als sehr gut  heraus, denn unser kleine Guide ist ein witziges Kerlchen und erklärt uns die zahlreichen Symbole und Geschichten an den Reliefs lustig und lebhaft:

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Der gigantische Tempelkomplex Borobudor

Borobudur ist eigentlich eine kolossale 9-stöckige Stufenpyramide und wurde zwischen 750 und 850 errichtet. Das Bauwerk stammt also aus jener Zeit, als in dieser Gegend indische Religionen zu Hause waren und hinduistische und buddhistische Dynastien prachtvolle Sakralbauten schufen. Allerdings verlagerte ich bereits ein Jahrhundert nach Fertigstellung der Schwerpunkt der Macht nach Ostjava, später verschwand der Buddhismus ganz aus Java, und Borobudur wurde 1006 unter vulkanischer Asche des Merapi begraben. Er versank in einen jahrhundertelagen Schlaf, aus dem ihn – von 1814 von Raffles wiederentdeckt – erst holländische Archäologen ab 1905 erweckten.

Borobudur ist reich an Symbolen. Allein seine äußere Form erweckt eine Vielfalt von Assoziationen: Sein Grundriss besitzt die Form eines mandala, eines geometrischen Mediationsmusters; im Profil gesehen erinnert er an den hinduistischen Weltberg Meru oder an einen riesigen Stupa, Symbol für Buddhas Erleuchtung.

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Das buddhistische Ritual schreibt vor, dass Pilger Borobudur von unten nach oben jede Ebene im Uhrzeigersinn umrunden und so immer weiter hinauf kommen. Borobudurs Galerien bieten dem Pilger eine Wegstrecke von mehr als 5 km. Denn Borobodur stellt die verschiedenen Ebenen des Buddhismus dar. Die 1300 szenischen Wandreliefs und die ca 1200 rein dekorativen Reliefs an den Wänden waren früher bunt bemalt und stellen Geschichten aus dem Leben des indischen Prinzen Siddharta Gautama, des späteren Buddhas, dar. Ziel dieses Tempelkomplexes ist, dass die Pilger durch diese Geschichten lernen und so bessere Menschen werden. Nur so können sie die höchste Stufe des Seins erreichen: das Nirvana – dargestellt als eine gigantische Stulpa an der Spitze des Borobodur – sie ist leer – ein Symbol für Reinheit und Einigkeit mit dem Universum frei von Begierde.

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Borobodur ist in vier große Abschnitte gegliedert: Ganz unten ist der “Bereich der Begierde”, dessen Reliefs allerdings bis auf wenige an der Südweststrecke zugemauert worden sind – aus moralischen und statischen Gründen. Hier eine erhaltene Geschichte:

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Einige Freunde haben ein dunkles Geheimnis und ihre Freunde versprechen, dieses nicht zu verraten….

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…doch die Freunde tratschen und verraten das Geheimnis

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… zur Strafe werden sie hässlich – also Vorsicht Mädels 😉

Die Wände der ersten Galerie sind dann mit Episoden aus dem historischen Leben des Buddha geschmückt, der gut 1200 Jahre vor Borobudurs Grundsteinlegung starb. 120 kunstvolle Reliefs zeigen hier die Biographie des indischen Prinzen Siddharta Gautama: die wundersame Empfängnis seiner Mutter Maya, die Geburt des späteren Buddha, seine ersten Schritte, die Vermählung, seine drei Ausfahrten und sein meditatives Asketenleben im Wald, seine Erleuchtung unter dem bodhi-Baum und die Lehrpredigt von Benares.

Besonders gut gefallen mir aber die Geschichten aus den Leben Buddhas, als er noch keine menschliche sondern tierische Gestalt hatte. Hier einige Bild-Geschichten, die die Reinheit des Herzes Buddhas zeigen – auch wenn er noch die Gestalt eines Tieres hat:

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Ein König will einen Baum fällen, auf dem Affen wohnen. Doch damit das geht, muss er zuerst die Affen töten lassen. Die Affen wollen fliehen, können aber nicht, weil unten die Jäger des Königs auf sie lauern und der nächste Baum zu weit weg ist. Buddha – damals noch in der Gestalt eines Affens – hat einen sehr langen Schwanz. Er baut damit eine Brücke zum nächsten Baum und alle anderen kraxeln so hinüber und sind gerettet. Doch der Buddha-Affe wird sehr müde dadurch und er schaff es nicht, sich selbst zu retten und fällt hinunter. So hat er sein Leben für die anderen geopfert – ein Beweis für die Reinheit seines Herzens.

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Hier ist Buddha in der Gestalt eines Büffels – etwas “naive” Tiere. Sein Freund ist ein gescheiter Affe.

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… dann kommt ein Jäger und sagt, er sei so hungrig und werde jetzt einen von ihnen aufessen. Da sagt der listige Affe, der Jäger solle doch lieber den Büffel nehmen, denn der sei größer und so habe der Jäger viel mehr davon.

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Der Buddha-Büffel sagt, er sei dazu bereit – ist aber dem Affen nicht böse und verabschiedet sich traurig von diesem

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der Jäger hat das Gespräch aber gehört und ihm tut der Büffel so leid, dass er beschließt keinen der beiden aufzuessen. Stattdessen wird er Vegetarier – das zeigt, dass die Entscheidung, Vegetarier zu werden, eine weise ist und dass Buddha reinen Herzens ist, weil er sich wieder selbst opfern wollte 🙂

Die nächsten vier quadratischen Terrassen bilden umlaufende Relief-Galerien – hier beginnt die Sphäre des Rupadathu, der irdischen Existenz, in der es noch greifbare Formen gibt. Auf dieser Ebene haben die Menschen noch Begierde, sind sich dessen allerdings schon bewusst und wollen sie ablegen. Die oberste Ebene ist wie gesagt die höchste Form des Buddhismus – das Nirvana.

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Der erste McDonald’s im 8. Jahrhundert?!?

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Die oberste Stufe – in jeder Stulpa sitzt ein Buddha

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und er muss ALLES antatschen….

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… is aber manchmal nicht so einfach 🙂

Borobodur ist bisher eines der größten Highlights unserer Reise gewesen – sehr beeindruckend und inspirierend! Also allen, die einmal in dieser Gegend sind, können wir einen Besuch zu diesem Buddhisten Heiligtum nur empfehlen! Ein tolles Erlebnis! 🙂

Nachtrag:

Am Nachmittag haben wir nach einer kurzen Pause noch einen Ausflug nach Yogyakarty-“City” gemacht und uns den Sultan Palast angeschaut – naja, zumindest war das der Plan. Leider ist so gut wie nichts darin zu besichtigen. Eintritt zahlen kann man aber trotzdem und dann sieht man zwei Vorhöfe – wenigstens haben wir uns dafür keinen eigenen Guide genommen… 😉 Danach haben wir ein bissi die Gegend erkundigt und waren auch in einem “Komputer”-Einkaufszentrum – war aber auch nicht sooo spannend. Hier einige Eindrücke von Yogyakarta:

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Yogya-Wauzn 🙂

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Sarg-Zimmererei in Yogyakarta – gleich neben der Straße 😮

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Tankstelle von Yogyakarta: Braucht “Bensin”? 🙂

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Jaja, das “Idanet” in Yogyakarta ist seeeehr laaaangsam 🙂

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Hendl-Transport in Yogyakarta 🙂

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